Newsletter Nr.1

  • Grüne Impulse in Kommunen – Grußwort von Marret Bohn
  • Klimaschutz, Kommunikation und mehr – Interview mit Timo Boss zum Amtsantritt
  • „I wonder – ich wander“ – Ein Grüner an den Grenzen der Stadt Kiel
  • Vom Vorhaben zum Tun – Anregungen für nachhaltiges Leben
  • Köstlichkeiten aus der Natur – Erfahrungen für alle Sinne
    Giersch-Brennnessel-Kuchen mit Karotten – Frühlingskräutersuppe „Grüne Neune“- Literatur-Tipp
  • Veranstaltungs-Tipp

Grüne Impulse in Kommunen – Grußwort von Marret Bohn

Liebe GRÜNE im Ortsverein Molfsee,                 

im von der Corona-Pandemie geprägten letzten Jahr gab es nur wenige Lichtblicke. Einer davon war die Wahl von Timo Boss zum Bürgermeister von Molfsee. Ich möchte ihm und Euch ganz herzlich zu einem erfolgreich geführten Wahlkampf gratulieren und Timo Boss alles Gute für den Amtsantritt am 1. April wünschen!

Es zeigt sich immer öfter, dass die Menschen Veränderung dem Stillstand vorziehen. Die Herausforderungen der Zukunft sind groß. Zur Eindämmung der Klimakrise werden vor allem Maßnahmen auf kommunaler Ebene benötigt. Hier kommt den GRÜNEN vor Ort eine große Bedeutung zu: das Thema immer wieder oben auf die Tagesordnung zu setzen und konsequent die erforderlichen Schritte einzuleiten.

Als Sozial- und Gesundheitspolitikerin setze ich mich im Landtag u.a. für eine gute Gesundheitsversorgung, Minderheiten und Menschen mit Behinderungen ein. Auch auf kommunaler Ebene können wir GRÜNE hier wichtige Impulse geben. Nur wenn unsere Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft sozial verträglich gestaltet sind, können wir auf einen nachhaltigen Erfolg hoffen.

Ich wünsche Euch viel Erfolg bei der Bewältigung der kommenden Aufgaben. 

Es grüßt Euch         

Eure Marret

Klimaschutz, Kommunikation und mehr – Interview mit Timo Boss zum Amtsantritt

Timo Boss –hochmotiviert an die Spitze der Gemeinde und des Amtes Molfsee

Im Frühjahr 2020 stand es fest: Bündnis90/Die Grünen in Molfsee haben einen geeigneten Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters in Molfsee gefunden. Gemeinsam mit der SPD und FDP Molfsee wurde ein sehr engagierter und kreativer Wahlkampf geführt, der recht schnell zeigte, dass die Bürger*innen von Molfsee bereit sind für einen Wechsel im Amt des Bürgermeisters.

Zum Amtsantritt haben wir uns mit Timo Boss ausgetauscht mit welchen Arbeitspaketen, Vorhaben und Vorstellungen er in sein Amt startet.

Worauf freust Du Dich besonders?

Auf die nächsten beiden Donnerstage. Auf die Amtseinführung in der Gemeindevertreter*innen – Sitzung am 25. März und den ersten Arbeitstag am 1. April. Dann geht eine intensive Zeit des Wahlkampfs und der Vorbereitung in die Zielgrade.“

Was sind die größten Herausforderungen zu Beginn und was muss als erstes angepackt werden?

„Mit den amtsangehörigen Gemeinden gemeinsame Nenner zu finden und das Amt in ein ruhiges Fahrwasser zu bringen. Ein zukunftsfähiges Amt zu werden, heißt alle mitnehmen! Die Aufgaben, die auf Amtsebene anstehen, sind auch bedeutend für die Gemeinde Molfsee. Die Themen Digitalisierung und ein gutes Radwegekonzept greifen für alle Gemeinden ineinander“.

Auf Timo Boss warten als Bürgermeister einige Herausforderungen: die Einführung der DOPPIK, die Umsetzung des Online Zugangsgesetzes und die Modernisierung der Verwaltung.

Als ehemaliger Klimaschutzmanager hat der Klimaschutz eine hohe Priorität. Wie sieht eine Klimaschutzstrategie für die Gemeinde aus?

„Der erste Baustein dazu ist ein Klimaschutzmanager, der das Thema fokussiert im Blick hat und Konzepte und Maßnahmen für Molfsee entwickelt. Dazu gehört es, Fördermöglichkeiten zu akquirieren und Vernetzungen voranzubringen. Die Zukunftsfähigkeit Molfsees ist eng mit der Bewältigung der drängenden Klimaschutzfragen verbunden. Das globale Denken schlägt sich im lokalen Handeln nieder.“

Ein guter Kontakt zu den Bürger*innen der Gemeinde ist ein Ziel. Was wünschst Du Dir von den Molfseer*innen?

„Dass wir uns mit Offenheit, Ehrlichkeit und in gutem Austausch begegnen.“

Was möchtest Du in den nächsten Jahren voranbringen?

„Ich möchte Molfseer*innen jeden Alters gewinnen, sich für ihren Ort und für ihr Lebensumfeld einzusetzen. Mein Bestreben ist, Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen und ein offenes Ohr dafür zu haben, was die Menschen unterschiedlichen Alters bewegt. Daraus erwachsen Ideen für Molfsee und Beteiligungsmöglichkeiten. So werden demokratische Prozesse erlebbar. Für die jungen wie die älteren Mitbürger*innen braucht es ein Gefühl der Verbundenheit, dass es schön ist hier zu leben.“

Du bist der neue Chef für die Verwaltung. Was sind die Eigenschaften, auf die sich die Mitarbeitenden verlassen können?

„Dreh- und Angelpunkte für ein funktionierendes Gemeindeleben sind eine kompetente Verwaltung und eine konstruktive Selbstverwaltung. Die Mitarbeitenden in der Verwaltung bekommen einen Chef, der offen ist für Neues und Neues mitbringt. Das heißt für mich, dass ich führen werde und es heißt, dass ich auch Anforderungen stelle. Und ich gebe Rückendeckung. Die Verwaltung hat in mir einen Vertreter auf ihrer Seite.
Ich möchte meine Kompetenzen im Bereich Mitarbeiterführung weiter ausbauen. Für mich wünsche ich mir, dass ich die Mitarbeitenden motivieren kann, sich für ihre Aufgabe zum Wohl von Molfsee einzusetzen. Dazu gehört die Möglichkeit Entwicklungen zu erkennen und gleichzeitig klar und nachvollziehbar den Rahmen festzulegen. Und ich möchte authentisch sein als Mensch und als Chef!
Kommunikation und Verständigung prägen auch meine Haltung zur Selbstverwaltung. Die politische Vielfalt in Molfsee stellt für mich einen besonderen Reiz dar. Ich plane einen regelmäßig stattfindenden Austausch mit den Fraktionsvorsitzenden, wie auch Besuche einzelner Fraktionssitzungen. Ich freue mich auf einen konstruktiven Austausch und das gemeinsame Anschieben von Prozessen.“

Bereits im Wahlkampf wurde deutlich, dass Dein Herz für die Kommunalpolitik schlägt. Wie ist diese Begeisterung entstanden?

„Sie hat in Molfsee ihren Ursprung. Während der Ausbildung zum Verwaltungsangestellten in der Gemeinde hat mich fasziniert, wie Gemeindeleben funktioniert. Was es alles braucht, um scheinbare Selbstverständlichkeiten sicherzustellen: von der Kindertagesbetreuung, der Straßenbeleuchtung, dem Winterdienst, den Pass zu bekommen, heiraten zu können, Mobilitätskonzepte und so vieles mehr. Daran will ich gestaltend mitwirken. Nach weiteren Ausbildungen und beruflichen Stationen ist es nun so weit.“

Dabei wünschen wir ihm Erfolg, eine glückliche Hand, ein gutes Team in der Verwaltung und eine konstruktive Selbstverwaltung.

Steckbrief:

Nordsee oder Ostsee? Ostsee, das Wasser ist immer da, ich bin schnell vor Ort und es gibt schöne Sandstrände.

Wobei entspannst Du? Familie, Freunde, Fußball spielen und zuschauen.

Drei Wünsche an die gute Fee: Offenheit, mit den Bürger*innen die guten Impulse aus den Gesprächen im Wahlkampf umsetzen und das Ende der Pandemie.

Was willst Du noch lernen? Ich möchte mit Fingerspitzengefühl einen achtsamen Umgang zu den Mitarbeitenden entwickeln.

Wen oder was würdest Du als Erstes aus Deiner brennenden Wohnung retten? Familie, Dokumente, Fotoalben, besonders von Menschen von denen es keine neuen Fotos geben wird.

„I wonder – ich wander“ – Ein Grüner an den Grenzen der Stadt Kiel

Ich weiß nicht, was ich manchmal mache. Wissen tu ich das, was ich gemacht habe.

Jahrzehntelang war zumindest alles berufliche Tun eng verknüpft mit sinnhaften, rationalen auf Konsequenzen bedachten Handeln. Warum tust du das, mit welchen Absichten, mit welchen Folgen, mit welchen möglichen Folgen.

Wie ist es, wenn du einfach losgehst?

Allein, ohne eine Landkarte, einen Stadtplan, zu Fuß, abseits der großen Straßen, einen Weg, um die Landeshauptstadt zu finden. Das ist das einzige Ziel.

Alles entscheidest du selbst, den Tag an dem du startest, die Zeit, die Länge der Wegstrecke, die Umwege. Du definierst die Hotspots, entscheidest über die Verweildauer dort, suchst die Gesprächsthemen aus mit denen du mit dir reden willst.

Du wanderst nicht durch den Urwald. Es gibt immer einen Weg zur nächsten Bushaltestelle. Du hast auch noch dein Smartphone, deine Pflegeversicherung.  Wenn du ein schlechtes Gewissen hast, es in einer vermeintlich orientierungslosen Phase hervorzukramen, tröste dich, google maps ist eine äußerst fußgängerunfreundliche App.

Manchmal verlierst du eben doch die Richtung. Das muss nicht nerven, denn du kannst niemand anderen dafür verantwortlich machen.

Es ist auch keine Planung erforderlich. Du kannst sofort los. Jetzt oder jetzt gleich. Gut, geeignete Schuhe benötigst du. Zeit aber nicht, denn die hast du.

Wenn du mal ganz viel Zeit haben wirst, wirst du sagen, ja dann. Dann ist es aber vielleicht schon vorbei, dann ist es nicht mehr der Augenblick, der undurchdachte.

Wann, wenn nicht jetzt in Corona-Zeiten!

Nicht auf die Flucht gehen. Die Neugier füttern, das schrittweise Abenteuer genießen, den Rhythmus bestimmen.

Vom Vorhaben zum Tun – Anregungen für nachhaltiges Leben

Weniger Plastik im Alltag – Wie kann es gehen?

Wir kaufen mehr ein, wir kochen mehr und wir essen mehr im häuslichen Umfeld. An der Geschwindigkeit mit der sich die gelbe Tonne füllt, wird unübersehbar deutlich, wie viel Plastik in unserem alltäglichen Leben zusammen kommt.
Immer mehr Menschen wollen, auch angesichts der vermüllten und plastikverseuchten Meere, Plastik sparen. Aber wie genau kann das gehen? Welche Erfahrungen und Tipps gibt es? Diese Fragen haben sich Annette und Ulf schon des Längeren gestellt und anregende Antworten im Plastik-Sparbuch gefunden. „Das Buch ist übersichtlich gegliedert, sehr informativ und umfassend. Darin gibt es für jede Person passende Tipps. So ist das Mitmachen ganz einfach!“ Ihre Erkenntnis: “Es braucht immer wieder eine klare Entscheidung: Was will und kann ich verändern? Womit fange ich an? Wie mache ich weiter? Manchmal war es richtig frustrierend, bei den vielen Notwendigkeiten, den Plan für sich selber im Blick zu behalten.“ Mit Hilfe des Buches haben sie für sich Anregungen gefunden. Immer wieder nehmen sie es zu Hilfe, um nächste Schritte zu gehen. Sachbuch, 2019, smarticular Verlag. ISBN 978-3-946658-33-7

Köstlichkeiten aus der Natur – Erfahrungen für alle Sinne

GRÜN & GESUND:  Der Giersch

Unter den Wildkräutern ist der Giersch bereits früh im Jahr zu finden. In diesem vitaminreichen Heilkraut steckt mehr Vitamin C als in Zitronen oder Brokkoli. Auch der hohe Eiweißanteil macht dies Wildgemüse zu einem wertvollen und leckeren Nahrungsmittel. Statt über ihn zu jammern und zu klagen: einfach essen, solang er noch jung ist! Als sanftes, aber hochwirksames Heilkraut war er zur Behandlung von Gicht und Rheuma schon den Ärzten im Mittelalter bekannt. Ebenso schmackhaft wie gesund wurde er in so manchem Klostergarten angesiedelt.

Rezepte zum Frühling –Giersch-Brennnessel-Kuchen mit Karotten

für 4 Personen

250 g Getreide, fein geschrotet (oder Vollkornmehl)
250 g Magerquark
125 g Butter
Etwas Salz
200 g Brennnessel u. Giersch
200 g Karotten
2 Knoblauchzehen
Olivenöl
200 ml Sahne
1 Ei
Salz, Pfeffer, Muskat
150 g geriebener Käse  
Getreide, Quark, Butter zusammenkneten und in eine Auflaufform hineindrücken, am Rand hochziehen, 10 min. vorbacken

Knoblauch hacken, Karotten waschen, in Stücke schneiden und mit Knoblauch und Olivenöl andünsten. Wildkräuter grob hacken und dazugeben, dünsten, bis sie zusammenfallen.
Gemüse auf dem vorgebackenen Teig verteilen. Sahne mit Ei und Gewürzen verrühren und darüber gießen, Käse draufgeben, ca. 30 min. backen. (Quelle unbekannt)

Backofen auf 180° C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Die zarten Blätter von Wildkräutern sind besonders schmackhaft. Brennnesselspitzen können mit Handschuhen gesammelt werden und es empfiehlt sich, die Brennnessel kräftig anzufassen. Beim Abstreifen von unten nach oben werden die kleinen Härchen geglättet, die für den Nesseleffekt sorgen.

Bitte darauf achten, Wildkräuter nicht an stark befahrenen Plätzen zu sammeln, sondern abseits des Weges oder im eigenen Garten.

Und hier noch ein Literatur-Tipp – Frühlingskräutersuppe „Grüne Neune“

Giersch ist fester Bestandteil der Gründonnerstags-Wildkräutersuppe „GRÜNE NEUNE“, die traditionell aus neun wilden Kräutern besteht (z.B. Brennnessel, Giersch, Spitzwegerich, Löwenzahn, Vogelmiere, Taubnessel, Gänseblümchen, Petersilie, Schafgarbe, Brunnenkresse). Im Geschmack und Geruch erinnert Giersch an seine Verwandten Petersilie, Möhre und Sellerie, so dass er als Suppengrün gut verwendet werden kann.    

Dieses Rezept und mehr zu finden in…

Brennnessel: Rezepte für Vitalität, Schönheit und Genuss 
Bräutigam, Gabriele Leonie
ISBN: 9783862643851 |

Veranstaltungstipp:

Das Stiftungsland der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein steckt voller Leben und spannender Geschichten, die manchmal erst entdeckt werden müssen. Sie liegen versteckt im Moor, oder hinter Waldsenken und einige der interessantesten Bewohner des Stiftungslandes messen gerade einmal zwei, drei Zentimeter.

Um diese Vielzahl an spannenden Geschichten zu erleben, lädt die Stiftung Naturschutz  jedes Jahr zu ihren Extratouren ein. Zwischen April und September sind einmal im Monat Entdeckungswanderungen geplant.

Schauen Sie auf der Homepage der Stiftung nach, welche Extratouren in 2021 geplant sind.

https://www.stiftungsland.de/was-wir-tun/erlebnisraumgestalter/kommen-sie-mit-uns-auf-extratour/

Wer sich einen kleinen Eindruck von den Extratouren machen möchte: Hören Sie doch mal rein… Hier geht es zu unserem Podcast    „Dem Schlammpeitzger auf der Spur“.

ZumSchluss

Der Frühling kommt, hoffentlich mit einer großen Prise OPTIMISMUS im Angebot und reichlich Ertrag für die herumsummenden Freundinnen! Wenn man OPTIMISMUS rückwärts liest, ergibt sich ein Spitzname für Bienen… J

Mit sonnigen Grüßen und besten Wünschen           Euer Redaktionsteam: Annette, Birgitt, Katja und Thorsten

Rückblick auf 1 Jahr Gemeindevertretung

Grüne Handschrift in der Gemeindevertretung Molfsee

Die Gemeindevertretung Molfsee zeigt sich lebendiger denn je: 2018 haben wir Grünen uns das erste Mal bei der Kommunalwahl mit einer eigenen Liste zur Wahl gestellt und mit einem Stimmanteil von 24,5% ein außerordentlich gutes Ergebnis erhalten. Fünf gewählte Gemeindevertreter*Innen bringen sich mit grünen Akzenten in der Gemeindevertretung aktiv ein, um die zukünftige Entwicklung der Gemeinde zu gestalten.

Grüne Politik für Molfsee voranzubringen, ist das erklärte Ziel der Fraktion. Die bedeutet für uns keine feste Koalition mit einer anderen Fraktion einzugehen, sondern sachorientiert und themenbezogen Partner*innen für Mehrheiten zu finden. Damit einher geht ein größerer Rede- und Diskussionsbedarf. Abstimmungsergebnisse sind nicht mehr vorhersehbar und die Diskussionen sorgen für größere Transparenz. Das schmeckte nicht jedem/r erfahrenen Gemeindevertreter*in, zahlt sich aber aus. Das merken auch die Bürger*innen, die sich nicht nur in Einwohnerfragestunden einbringen, sondern auch die Gelegenheit nutzen, sich an Fachausschüssen zu beteiligen. Diese Möglichkeit, die Beteiligung von Bürger*innen auch in Ausschusssitzungen wird von den grünen Ausschussvorsitzenden gerne genutzt. Ergebnis sind gut besuchte Ausschüsse und Sitzungen der Gemeindevertreter*innen.

Womit haben wir uns in diesem ersten Jahr beschäftigt?

Es wurden baurechtliche Hintergründe erarbeitet, es ging um Genehmigung von Funkmasten, die Abgrenzung zwischen Kreis- und Gemeindezuständigkeiten z.B. bei Radwegen, um die Planung und Finanzierung der Kinderbetreuung in Krippen, Kitas und der institutionelle Tagesbetreuung und wir haben uns eingebracht in Qualitätsentwicklungsprozesse in der betreuten Grundschule.

Gestaltungsräume für grüne Politik zu entdecken ist besonders im Bereich der Finanzen wichtig. Über 80% des Haushalts sind aktuell gebundene Mittel für Pflichtaufgaben. Gleichzeitig sind Finanzen kein Selbstzweck, sondern Ausdruck von Inhalten, die gesellschaftliche Veränderungen konstruktiv aufnehmen, das Miteinanderleben der Generationen gestalten und das Wohl aller Bürger*innen in Molfsee im Blick haben. Da braucht es kreative Strategien.

Das Thema Bürgerbeteiligung ist mit der Debatte um die Veränderungen zum B-Plan 27 ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit geworden. Für uns ist es wichtig, Beteiligungsformen zu schaffen, um mit Bürger*innen die unterschiedlichen Interessen auszutauschen, gleiche Informationsstände herzustellen und eine breite Basis für politische Entscheidungen zu schaffen. Bürgerbeteiligungsprozesse können professionelle Planungsarbeit nicht ersetzen, zeigen aber Defizite auf, machen Potenziale deutlich und schaffen neue Sichtweisen, die dann zu hoffentlich tragfähigen Konzepten führen. Wir Grüne haben intensiv zugehört, uns sachkundig gemacht und mit den Bürger*innen und den Investor*innen vielfach diskutiert. Die Erkenntnisse sind im Fachausschuss mit den Vertreter*innen aller Fraktionen, mit Expert*innen beraten worden und Kompromisslinien wurden erarbeitet.

Beteiligungsprozesse sind gegenseitige Lernprozesse und brauchen die Bereitschaft zu demokratisch getroffenen Kompromissen.

Schon jetzt wird deutlich, dass es in der Gemeinde eine andere Bereitschaft gibt, Bürger*innen in Gestaltungs- und Veränderungsprozesse frühzeitig einzubinden.

Ein Jahr dabei – erste Bilanz mit einem Blick ins Wahlprogramm:

1. Molfsee als naturnahe Gemeinde stärken

Wir bewegen uns täglich in unserer grünen, wunderbaren Gemeinde. Da liegt es auf der Hand, unsere Natur mehr und mehr zu schützen, zu stärken und genau hinzuschauen.

Unser erstes Anliegen als frisch gewählte Kommunalvertreter*innen war es, sicherzustellen, dass kein Glyphosat oder andere Pflanzenschutzmittel auf den öffentlichen Grünflächen in Molfsee eingesetzt werden. Das wurde beschlossen.

Wir wollen, dass die Gemeinde Molfsee dem „Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt“ beitritt. Im Fachausschuss haben wir dafür einen einstimmigen Beschluss erwirkt.

Diese Plattform wird uns reichhaltig unterstützen können mit Ideen und Impulsen für konkrete Projekte, wie z.B. der Neugestaltung von Blühwiesen oder Straßenrandstreifen.

Für den Klimaschutz wird derzeit auf allen politischen Ebenen noch zu wenig getan. Das hält uns die junge Generation derzeit zurecht vor Augen. Wir wollen schauen, was auf kommunaler Ebene für Zielsetzungen und Maßnahmen möglich ist. Ein wichtiger Schritt ist der Beitritt zur Klimaschutzagentur des Kreises.

2. Digitalisierung

Molfsee muss mit der Zeit gehen und wir brauchen gute digitale Erreichbarkeit in allen Ortsteilen.

Für uns Grüne hat ein gutes Gemeindeinformationssystem oberste Priorität. Die Webseite der Gemeinde Molfsee muss überarbeitet werden, Informationen sollen hier aktuell einsehbar sein und die Unterlagen für unsere Sitzungen müssen online abrufbar sein. Wir möchten, dass auch alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sich darüber informieren können. Die Verwaltung arbeitet daran und ja: es geht uns nicht schnell genug.

Zwischenzeitlich hat der Funkmast auf dem Rewe-Gebäude in Molfsee unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen, hier wurden mit dem Neubau und einem vertraglichen Übergang Fakten geschaffen und es gelingt der Verwaltung nicht, herauszufinden, ob dieser Mast aktuell am Netz ist oder nicht. Wir sind dran.

3. Ortsentwicklung

Ein halbes Jahr vor der Kommunalwahl hat die Gemeinde Molfsee sich intensiv mit dem Ortsentwicklungskonzept beschäftigt. Seitdem gab es zwei Anträge dazu. Wir sind der Meinung: Einzelanträge reichen nicht! Wir wollen in der zweiten Jahreshälfte mit allen Gemeindevertreter*innen und mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Ergebnisse dieses Konzepts diskutieren und Schwerpunkte setzen. Wir wollen einen Konsens finden, wohin wir unsere Gemeinde entwickeln, welche Vorschläge wir verwirklichen, welche Schwerpunkte wir setzen wollen und in welcher zeitlichen Vorstellung wir hier denken. Dabei ist es uns wichtig, Wohnraum auch über Einfamilienhäuser hinaus voranzubringen, die Lebensbedingungen von Älteren gut zu entwickeln und Räume für mehr Gemeinsinn zu schaffen, gerne auch mit einem genossenschaftlichen Wohnprojekt.

Beschäftigt hat uns im Rahmen der Ortsentwicklung insbesondere das Bauvorhaben der Firma Glindemann in Molfsee-Dorf. Hier wurden in der letzten Legislatur Beschlüsse gefasst ohne die Bürgerinnen und Bürger ausreichend zu informieren. Die AnwohnerInnen waren mit der Änderung des Bebauungsplanes nicht einverstanden und es hat in der Vergangenheit zu wenig Kommunikation und Austausch gegeben. Formal zwar korrekt, aber unser Anliegen war es selbstverständlich, hier eine Informationsveranstaltung zu initiieren, auf der die Planung vorgestellt wurde und dem Informationsbedarf Rechnung getragen wurde. Diese Veranstaltung in der Turnhalle der Schule ist mit über 100 Teilnehmenden sehr gut besucht gewesen. Aktuell sind wir in der Feinabstimmung, es konnten einige Forderungen der AnwohnerInnen umgesetzt werden und es soll ein städtebaulicher Vertrag geschlossen werden. Als Grüne ist es uns wichtig, die Sorgen und Bedenken ernst zu nehmen und gleichwohl klarzustellen, dass wir das Bauvorhaben insgesamt begrüßen.

4. Nahversorgung

Da unsere Gemeinde sich schon seit längerem in einem Generationswandlungsprozess befindet, wird deutlich, dass die Lebenssituation für ältere Bürger*innen sich stark verändert hat.

Wohnbereiche werden zu groß, aus einem Leben zu zweit, wird ein Singlehaushalt und die Frage, wie sich nun der Alltag gestalten muss, um allein in den eigenen vier Wänden weiterleben zu können oder wo sich kleinerer, auch bezahlbarer Wohnraum in Molfsee finden lässt, drängt sich immer mehr auf.

Wir sind im Gespräch und Kontakt mit unserem Seniorenbeirat.

Dort erfahren wir u. a. die Bedürfnisse und Probleme und können so zielgerichtet mitgestalten.

Ein Thema sind Einkaufspatenschaften. Vereinzelt gibt es sie schon, aber es wird noch nicht genügend dafür geworben.

Wir sind dran! Deshalb erarbeiten wir gerade eine Plattform für Lebensmittellieferanten.

5. Mobilität in Molfsee

Das Radwegenetz ist nicht optimal. Wir sind mit den anderen Fraktionen und der Verwaltung im Gespräch über notwendige Erweiterungen und Ausbesserungen.

Car Sharing ist ein wichtiges Thema, um die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen. Elektro-Autos sind ein zukunftsweisender Baustein, um CO²-Ausstoß zu reduzieren. Zu diesen Themen haben wir einen Antrag formuliert und eingebracht, der sich in der Beratung befindet. Unser Ziel ist es, Car Sharing in Molfsee anzubieten und E-Ladesäulen vorzuhalten.

Die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge haben alle Fraktionen in Molfsee gemeinsam beschlossen.

Wofür wir uns darüber hinaus stark machen

Unsere öffentlichen Gebäude sind „Energiefresser“ sondergleichen, angefangen beim Amt, weiter zu unseren Sportstätten. Wir wollen ein Energiekonzept für die Gemeinde entwickeln.

Eine wichtige Säule für uns ist die frühkindliche Bildung/Betreuung hier in Molfsee. Wir mussten leider feststellen, dass in der Vergangenheit die Politik vor Ort es versäumt hat, den Ausbau der Kinderbetreuung konsequent voranzutreiben. Nun stehen wir gemeinsam vor der Situation, innerhalb kürzester Zeit zusätzliche Krippen- und Tagespflegeplätze zu schaffen. Dafür brauchen wir einen guten Standort und einen geeigneten Träger, mit dem wir auch über die pädagogische Qualität seiner Angebote sprechen können. Wir haben in den beiden letzten Ausschüssen für soziale und kulturelle Angelegenheiten (ASKA) dafür sorgen können, dass einerseits die Elternbeiträge für die Kitas nicht angehoben wurden und andererseits ab dem kommenden Jahr auch den freien Trägern eine 100% Finanzierung zukommen wird.

Die Grundschule Eidertal möchte sich dem digitalen Wandel öffnen. Wir werden deren „Medienkonzept“ begleiten und gemeinsam abwägen, was für junge Kinder sinnvoll erscheint.

In den letzten Monaten wurde auch eine „Leitlinie für die betreute Grundschule“ erarbeitet. Mitarbeiter*innen, Verwaltung und Ausschussmitglieder haben gemeinsam diskutiert und entschieden, wie sich die pädagogische Arbeit weiter gestalten lässt.

Mit der weiterführenden Schule verändert sich das Freizeitverhalten stark. Unser Anliegen muss es sein, als Heimatgemeinde diesen Jugendlichen einen Rahmen und einen Raum in Molfsee zu geben. Wir haben in unserer Gemeinde einen „Jugendbeirat“, der sich gerade neu konstituiert und an dem ungefähr sechzehn junge Molfseer*innen mitarbeiten wollen. Sie werben für einen Jugendtreff, wollen Plätze, an denen sie in unterschiedlicher Form aktiv sein können und möchten Verantwortung übernehmen.

Hier werden wir verstärkt unterstützen, damit auch ihre Bedürfnisse Gehör finden.

Eine wichtige Basis für die Arbeit der Fraktion ist ein lebendiger, diskussionsfreudiger und stützender Ortsverein. Fünf Jahre gemeinsame Vorarbeit zahlen sich aus. Gleichzeitig ist der Zuspruch neuer Mitglieder und Unterstützer*innen, die besonders im letzten Jahr dazugekommen sind, ein Gewinn. Wir können uns auf ein verbindliches und wertschätzendes Miteinander verlassen, arbeiten intensiv zusammen und freuen uns über genussvolle Traditionen. Wir sind nicht nur offen für neue Impulse, sondern bieten Raum mitzugestalten.

Grüne Politik ist und bleibt ein Gestaltungsprozess, der von der Beteiligung aller Generationen lebt.

Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie uns gerne an.

Herzlich willkommen!

Wenn Sie – auch projektgebunden – mitarbeiten wollen, lassen Sie es uns gerne wissen.

Wenn Sie neugierig sind, schauen Sie einfach mal vorbei!

www.Grüne-Molfsee.de

info [at] gruene-molfsee [dot] de